Biografie

Tanja Tetzlaff

verfügt über ein weit gefächertes Repertoire, das sowohl Standardwerke als auch Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts umfasst. Bei NEOS erschien im Jahr 2011 die CD mit den Cellokonzerten von Wolfgang Rihm und Ernst Toch.
Sie studierte an der Musikhochschule Hamburg bei Professor Bernhard Gmelin und am Mozarteum Salzburg bei Professor Heinrich Schiff.

Solistin

In der Saison 2016/17 ist Tanja Tetzlaff als Solistin beim Iceland Symphony Orchestra, dem Royal Northern Sinfonia Orchestra, dem Scottish Chamber Orchestra,  dem Sinfonieorchester Rostock, dem Philharmonia Orchestra London, dem Orchestre Nationale des Pays de la Loire, dem Tokyo Metropolitain Orchestra sowie dem NHK Orchestra Tokio zu Gast.

Orchester

Nach der erfolgreichen Teilnahme an vielen internationalen Wettbewerben spielte sie mit zahlreichen renommierten Orchestern, u. a. mit den Orchestern der Tonhalle Zürich, des Bayerischen Rundfunks und des Konzerthaus Berlin, dem Royal Flandern Orchestra und dem Orquesta Nacional de España, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, sowie dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestre de Paris und dem Cincinnati Symphony Orchestra. Dabei arbeitete sie zusammen mit namhaften Dirigenten wie Lorin Maazel, Daniel Harding, Sir Roger Norrington, Philippe Herreweghe, Vladimir Ashkenazy, Dmitrij Kitajenko, Paavo Järvi, Michael Gielen, Heinz Holliger und vielen anderen.

Kammermusik

Besonderes Interesse gilt der Kammermusik – sie spielt regelmäßig Klaviertrio mit Christian Tetzlaff und Lars Vogt, mit denen sie in dieser Saison in folgenden Städten gastiert: in Antwerpen, Luxemburg, Freiburg, bei der Schubertiade, in Bilbao, Paris und London. In weiteren Kammermusikformationen ist sie sie beim Luzern Festival, in Prag sowie beim Mozarteum Salzburg zu hören.
Tanja Tetzlaff ist außerdem Mitglied des Tetzlaff Quartettes, welches 1994 zusammen mit Christian Tetzlaff, Elisabeth Kufferath und Hanna Weinmeister gegründet wurde.

Mit ihrer Duopartnerin, der Pianistin Gunilla Süssmann konzertiert sie regelmäßig. Das Duo hat bei CAvi-music zwei CDs mit Werken von Brahms sowie einem nordisch-russichen Programm eingespielt.
Tanja Tetzlaff spielt ein Cello von Giovanni Baptista Guadagnini aus dem Jahre 1776.

Tanja Tetzlaff persönlich

Portraitfoto Tanja Tetzlaff
Portraitfoto ©Giorgia Bertazzi

…der größte Genuss beim Musizieren?

„Das ist für mich das Eintauchen in Gefühle, Geschichten, Abenteuer, die zwar im Kopf eines anderen Menschen entstanden sind, der in einem komplett anderen Leben, oftmals in einer anderen Zeit und Welt, zuhause war — und dann zu erleben, wie ich durch die Musik meine eigenen Erlebnisse und Gefühle verschmelzen lassen kann mit denen des Komponisten oder der „Menschheit“ allgemein.
Meine Hoffnung und eben auch manchmal größte Erfüllung ist, dass ich es schaffe, durch mein Spiel auch den Zuhörern ein ähnliches Erlebnis zu ermöglichen, dass jemand im Publikum für einen Moment Empathie mit der Menschheit und „Aufgewühlt – Werden“ zulässt, die Musik an sich heranlässt.“

…mein musikalischer Lebensweg…?

„Direkt nach meinem Studium habe ich eine halbe Stelle als Solocellistin bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen angeboten bekommen – gleichzeitig hatte ich aber auch schon ein paar schöne Preise bei Wettbewerben gewonnen und angefangen solistisch und mit Kammermusik zu konzertieren.
In der klassischen Musikszene gibt es immer noch ein weit verbreitetes Schubladendenken  – es ist für manche Veranstalter schwer vorstellbar, dass jemand, der mit Begeisterung Orchester spielt, auch ein „vollwertiger Solist“ sein kann.

Ich schätze besonders die Vielseitigkeit meines beruflichen Weges, die Möglichkeiten als Solistin, Kammermusikerin (und das mit meinen absoluten Traummusikern und Freunden und auch immer wieder in neu zu entdeckenden Zusammenhängen) und in einem fantastischen Kammerorchester zu spielen, tolle Konzertsäle, tolle Städte und Länder mit anderen Menschen zu bereisen.
Durch meinen Beruf kann ich meine Seefahrer-Gene voll ausleben – unter meinen Vorfahren waren einige Kapitäne und als ich erwachsen wurde, konnte ich es kaum ertragen, wenn ich mal länger als fünf Tage an einem Ort verbringen musste.

In letzter Zeit widerspricht dem auch ein immer größer werdendes Bedürfnis nach ruhigen Zeiten mit meinen Kindern und meinem Mann und auch in der Natur!“

…besondere musikalische Erinnerungen, an die ich gerne denke: 

  • angefangen in meiner Kindheit am Sonntagmorgen, Bach Kantaten im Radio beim Familienfrühstück…
  • die erste Kassette, die mein Bruder mir aufgenommen hat mit Brahms vierter Sinfonie und Schuberts „Unvollendete“, die die Hintergrundmusik für mein Playmobil-Spiel war
  • viele eigene gespielte Konzerte, oftmals grade diejenigen, die kurz nach schmerzlichen persönlichen und weltgeschichtlichen Geschehnissen stattfanden:

Beispiel: ein Kammermusikabend in der Toppan Hall in Tokyo, wo Julien Prégardien einen erschütternd aufwühlenden „Schwanengesang“ – Zyklus von Schubert sang und wir anschließend Schuberts Streichquintett spielten – die Verbindung von Sprache und Musik so extrem fühlbar.

…über die Beziehung zu Ihrem Instrument?

„Mein Guadagnini Cello begleitet mich ja jetzt schon sehr lang auf allen Reisen und in allen Konzerten, das ist natürlich kein Stück Holz mehr oder ein Handwerkszeug, sondern ich liebe es und fühle mich auf sehr spezielle Art zuhause damit. 

Im Spaß nenne ich es Giovanni!

Mein stiller Begleiter im Nebensitz im Flugzeug – und auf der Bühne, wenn alles gut ist, ist es ein Teil von mir oder eine Verlängerung meiner Seele.“