Biografie

Tanja Tetzlaff

verfügt über ein weit gefächertes Repertoire, das sowohl Standardwerke als auch Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts umfasst. Für NEOS spielte sie die Cellokonzerte von Wolfgang Rihm und Ernst Toch ein.
Sie studierte an der Musikhochschule Hamburg bei Professor Bernhard Gmelin und am Mozarteum Salzburg bei Professor Heinrich Schiff.

 

Orchester

Nach der erfolgreichen Teilnahme an vielen internationalen Wettbewerben spielte sie mit zahlreichen renommierten Orchestern, u. a. mit dem Tonhalle-Orchester Zürich, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Konzerthausorchester Berlin, Antwerp Symphony Orchestra, Orquesta Nacional de España, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, sowie dem Orchestre Philharmonique de Radio France, Orchestre de Paris und Cincinnati Symphony Orchestra. Dabei arbeitete sie zusammen mit namhaften Dirigenten wie Lorin Maazel, Daniel Harding, Sir Roger Norrington, Philippe Herreweghe, Vladimir Ashkenazy, Dmitrij Kitajenko, Paavo Järvi, Michael Gielen, Heinz Holliger und vielen anderen.

Solistin

In der vergangenen Saison spielte Tanja Tetzlaff als Solistin mit dem Iceland Symphony Orchestra, dem Scottish Chamber Orchestra,  dem Sinfonieorchester Rostock, dem Philharmonia Orchestra London, dem Orchestre Nationale des Pays de la Loire, dem Tokyo Metropolitain Symphony Orchestra sowie dem NHK Symphony Orchestra Tokyo. In der Saison 2017/18 ist Tanja Tetzlaff unter anderem beim Royal Northern Sinfonia Orchestra, Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Nationaltheater-Orchester Mannheim und dem Philharmonischen Orchester Landestheater Coburg zu Gast. Außerdem ist sie im Frühjahr 2018 als „Artist in Residence“ bei den SWR Schwetzinger Festspielen gleich mehrfach zu erleben.

Kammermusik

Besonderes Interesse gilt der Kammermusik – sie spielt regelmäßig Klaviertrio mit Christian Tetzlaff und Lars Vogt, mit denen sie in dieser Saison in folgenden Städten gastiert: Wiesbaden (Rheingau Musik Festival), Bozen, Meran, Berlin (Pierre Boulez Saal), London (Wigmore Hall) und Frankfurt.

Regelmäßig konzertiert sie in renommierten Kammermusikreihen und bei Festivals wie z. B. dem Heidelberger Frühling und den Festivals in Bergen, Baden-Baden und Edinburgh. Tanja Tetzlaff gehört zur Kernbesetzung des Heimbach-Festivals „Spannungen“. Regelmäßige Kammermusik-partner sind Lars Vogt, Leif Ove Andsnes, Alexander Lonquich, Antje Weithaas, Florian Donderer, Baiba und Lauma Skride, Christian Tetzlaff, Carolin Widmann sowie Sharon Kam.

Tanja Tetzlaff ist außerdem Mitglied des Tetzlaff Quartettes, welches 1994 zusammen mit Christian Tetzlaff, Elisabeth Kufferath und Hanna Weinmeister gegründet wurde.
Das Quartett ist in der aktuellen Saison auf großer USA-Tour mit Konzerten in San Francisco, Cleveland, Cincinnati, New York und Atlanta. Außerdem spielen die Vier bei den Schwetzinger SWR Festspielen, bei den KunstFestSpielen Hannover, in Hamburg, Köln und London.

Mit ihrer Duopartnerin,  Gunilla Süssmann, hat sie bei CAvi-music zwei CDs mit Werken von Brahms sowie einem nordisch-russichen Programm eingespielt. Im Frühjahr 2018 erscheint die gemeinsame neue CD mit Werken des finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara.

Tanja Tetzlaff studierte an der Musikhochschule Hamburg bei Professor Bernhard Gmelin und am Mozarteum Salzburg bei Professor Heinrich Schiff.
Sie spielt ein Cello von Giovanni Baptista Guadagnini aus dem Jahre 1776.

Tanja Tetzlaff persönlich

Portraitfoto Tanja Tetzlaff
Portraitfoto ©Giorgia Bertazzi

…der größte Genuss beim Musizieren?

„Das ist für mich das Eintauchen in Gefühle, Geschichten, Abenteuer, die zwar im Kopf eines anderen Menschen entstanden sind, der in einem komplett anderen Leben, oftmals in einer anderen Zeit und Welt, zuhause war — und dann zu erleben, wie ich durch die Musik meine eigenen Erlebnisse und Gefühle verschmelzen lassen kann mit denen des Komponisten oder der „Menschheit“ allgemein.
Meine Hoffnung und eben auch manchmal größte Erfüllung ist, dass ich es schaffe, durch mein Spiel auch den Zuhörern ein ähnliches Erlebnis zu ermöglichen, dass jemand im Publikum für einen Moment Empathie mit der Menschheit und „Aufgewühlt – Werden“ zulässt, die Musik an sich heranlässt.“

…mein musikalischer Lebensweg…?

„Direkt nach meinem Studium habe ich eine halbe Stelle als Solocellistin bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen angeboten bekommen – gleichzeitig hatte ich aber auch schon ein paar schöne Preise bei Wettbewerben gewonnen und angefangen solistisch und mit Kammermusik zu konzertieren.
In der klassischen Musikszene gibt es immer noch ein weit verbreitetes Schubladendenken  – es ist für manche Veranstalter schwer vorstellbar, dass jemand, der mit Begeisterung Orchester spielt, auch ein „vollwertiger Solist“ sein kann.

Ich schätze besonders die Vielseitigkeit meines beruflichen Weges, die Möglichkeiten als Solistin, Kammermusikerin (und das mit meinen absoluten Traummusikern und Freunden und auch immer wieder in neu zu entdeckenden Zusammenhängen) und in einem fantastischen Kammerorchester zu spielen, tolle Konzertsäle, tolle Städte und Länder mit anderen Menschen zu bereisen.
Durch meinen Beruf kann ich meine Seefahrer-Gene voll ausleben – unter meinen Vorfahren waren einige Kapitäne und als ich erwachsen wurde, konnte ich es kaum ertragen, wenn ich mal länger als fünf Tage an einem Ort verbringen musste.

In letzter Zeit widerspricht dem auch ein immer größer werdendes Bedürfnis nach ruhigen Zeiten mit meinen Kindern und meinem Mann und auch in der Natur!“

…besondere musikalische Erinnerungen, an die ich gerne denke: 

  • angefangen in meiner Kindheit am Sonntagmorgen, Bach Kantaten im Radio beim Familienfrühstück…
  • die erste Kassette, die mein Bruder mir aufgenommen hat mit Brahms vierter Sinfonie und Schuberts „Unvollendete“, die die Hintergrundmusik für mein Playmobil-Spiel war
  • viele eigene gespielte Konzerte, oftmals grade diejenigen, die kurz nach schmerzlichen persönlichen und weltgeschichtlichen Geschehnissen stattfanden:

Beispiel: ein Kammermusikabend in der Toppan Hall in Tokyo, wo Julien Prégardien einen erschütternd aufwühlenden „Schwanengesang“ – Zyklus von Schubert sang und wir anschließend Schuberts Streichquintett spielten – die Verbindung von Sprache und Musik so extrem fühlbar.

…über die Beziehung zu Ihrem Instrument?

„Mein Guadagnini Cello begleitet mich ja jetzt schon sehr lang auf allen Reisen und in allen Konzerten, das ist natürlich kein Stück Holz mehr oder ein Handwerkszeug, sondern ich liebe es und fühle mich auf sehr spezielle Art zuhause damit. 

Im Spaß nenne ich es Giovanni!

Mein stiller Begleiter im Nebensitz im Flugzeug – und auf der Bühne, wenn alles gut ist, ist es ein Teil von mir oder eine Verlängerung meiner Seele.“